Ein junger Mann sitze nachdenklich vor dem Fenster, seinen Kopf in die Hand gestützt

Vertrauenskrise im Gesundheitswesen

Das Versichertenbarometer 2026 zeigt wachsende Unzufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem: Wartezeiten, Terminprobleme und fehlende Zeit in Arztpraxen belasten das Vertrauen der Versicherten. Die Mehrheit der Versicherten erwarten Verschlechterungen. Das hat Auswirkungen auch auf den Krankenkassenmarkt.

Deutschland gilt traditionell als Land mit einem leistungsfähigen Gesundheitssystem. Doch die aktuelle Stimmung unter gesetzlich und privat Versicherten zeichnet ein zunehmend kritisches Bild: Die Zufriedenheit mit der medizinischen Versorgung sinkt spürbar, gleichzeitig wächst die Sorge vor einer weiteren Verschlechterung des Systems.

Die aktuellen Ergebnisse des Versichertenbarometers 2026 unter gesetzlich und privat Versicherten zeigen deutliche Warnsignale:

▪ Bereits 3 von 10 Befragten sind mit dem deutschen Gesundheitssystem aktuell (sehr) unzufrieden.

▪ 20 Prozent stimmen der Aussage nicht mehr zu, Deutschland verfüge über „eines der besten Gesundheitssysteme weltweit“.

▪ 35 Prozent der Befragten haben nicht das Gefühl, bei medizinischem Bedarf zeitnah einen Termin zu erhalten.

▪ 27 Prozent vermissen ausreichend Zeit und persönliche Aufmerksamkeit seitens der

behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

▪ 11 Prozent bewerten die Servicequalität ihrer Krankenkasse negativ.

▪ Besonders alarmierend: 68 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden Jahren eine

weitere Verschlechterung des Gesundheitssystems.

Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Neben dem Fachkräftemangel in Kliniken und Arztpraxen sorgen steigende Krankenkassenbeiträge, lange Wartezeiten und eine zunehmende Bürokratisierung für wachsende Frustration. Gleichzeitig entsteht bei vielen Versicherten der Eindruck, dass die Qualität der Versorgung nicht mehr mit den steigenden Kosten Schritt hält.

Der deutsche Krankenkassenmarkt steht unter erheblichem finanziellem Druck. Auch 2026 sahen sich zahlreiche Kassen gezwungen, ihre Zusatzbeiträge anzuheben, nachdem bereits zu Beginn des Jahres 2025 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen war. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem demografische Veränderungen mit einer alternden Bevölkerung und steigender Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, gesetzlich beschlossene Leistungsausweitungen sowie der medizinisch-technische Fortschritt. Gleichzeitig belasten wirtschaftliche Faktoren – etwa die Nachwirkungen der Pandemie und inflationsbedingte Kostensteigerungen infolge geopolitischer Krisen – die Finanzlage zusätzlich.

Experten sehen darin ein deutliches Signal an Politik und Gesundheitsakteure. Ohne strukturelle Reformen drohen sich bestehende Probleme weiter zu verschärfen, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des zunehmenden Mangels an medizinischem Fachpersonal.

Die Versicherten erwarten nicht nur stabile Beiträge, sondern vor allem Zuverlässigkeit, Kompetenz, versichertenorientierte Prozesse und Einfühlungsvermögen bzw. Verständnis für die persönliche Situation des Versicherten.

Die Ergebnisse des Versichertenbarometers verdeutlichen damit einen grundlegenden Wandel in der Wahrnehmung des deutschen Gesundheitssystems: weg vom internationalen Vorzeigemodell hin zu einem System, das aus Sicht vieler Versicherter dringend reformbedürftig ist.

 

Quelle: Krämer Marktforschung, www.kraemer-germany.com

 

Maßnahmen der energie-BKK

Mit zahlreichen Maßnahmen stemmt sich die energie-BKK der obenstehenden Problematik entgegen: Mit unserer After-Sales-Befragung interviewen wir seit über einem Jahr Kunden online, nachdem sie ausgewählte Leistungen von uns erhalten haben. Dabei werden sowohl Prozesse als auch die Kundenorientierung unserer Mitarbeitenden abgefragt. Die Ergebnisse fließen sofort in Verbesserungsprozesse. Unser Ziel: Die Anforderungen unserer Kunden vollumfassend zu erfüllen. Der Net Promoter Score – eine zentrale Kennzahl zur Messung von Kundenzufriedenheit, Loyalität und Weiterempfehlungsbereitschaft – gibt uns dabei Recht: Er zeigt einen bemerkenswert guten Wert und damit eine hohe Kundenbindung.

Mit der telefonischen Kundenzufriedenheitsbefragung BKK Echo haben wir erfragt, wie zufrieden unsere Kunden mit unseren Leistungen, unserem Service und unserer Erreichbarkeit sind. Auch hier punkten wir mit guten Ergebnissen, die Befragung zeigte Handlungsrelevanzen und Potentiale auf – hier haben wir bereits Konzepte zur Umsetzung entwickelt.

In unserer aktuellen BKK Echo U3 online-Befragung möchten wir wissen, ob in unserer täglichen Arbeit unser Markenkern, das, was uns einzigartig macht, erkenntlich wird. Gerade in einer Vertrauenskrise ist es unerlässlich, dass der Markenkern gestärkt und dadurch die Kundenbindung weiter verbessert wird.

 

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