Zuckerwürfel und ein Holzlöffel mit Kristallzucker auf einem rustikalen Holztisch – aufgeschnittene Zuckerrüben im Hintergrund.

Zuckerfrei leben – das ist gut zu wissen

„Zucker bzw. Kohlenhydrate reduzieren, dabei geht’s nicht nur ums Körpergewicht, sondern um Lebensqualität bis ins höchste Alter. Ungesunde alte Gewohnheiten loslassen, den Lebensstil ändern, das hilft“, sagt Prof. Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrum (WDGZ). Was muss man wirklich wissen, um zuckerfrei zu leben, und welche Mythen gibt es rund um dieses Thema?

Definition von zuckerfrei

Ein Produkt ist wirklich zuckerfrei, wenn es weniger als 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthält.

Grundbedarf an Zucker

Es mag überraschend klingen, aber unser Körper benötigt keinen zusätzlichen Zucker in Essen und Getränken, um energiegeladen zu sein. Trotzdem nehmen viele täglich rund 120 Gramm Zucker zu sich – weit über dem tatsächlichen Bedarf. Der sollte idealerweise bei weniger als 6 Teelöffel Zucker (25 g) täglich liegen. Statt Zucker sollte man auf eine ausgewogene Ernährung setzen, reich an Ballaststoffen, Eiweißen und Vitaminen. Diese hält den Körper lange satt und voller Energie.

Natur pur

Vermeiden Sie Fertigprodukte, und setzen Sie auf natürliche Zutaten wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kerne, Milchprodukte ohne zugesetzten Zucker, Fisch, Fleisch, Eier und hochwertige Pflanzenöle.

Verborgener Zucker

Über 60 verschiedene Bezeichnungen für Zucker finden sich auf Lebensmittelverpackungen. Die Lebensmittelindustrie verwendet Zucker als Geschmacksverstärker und Füllstoff. Von „Fructosesirup“, „Karamellzucker“, „Gerstenmaisextrakt“ bis „Maltodextrin“ – es ist wichtig, diese versteckten Zuckerquellen zu erkennen.

Fruchtzucker und Traubenzucker

Fruchtzucker in Obst, auch bekannt als Fructose, ist nicht gesünder als Traubenzucker. In großen Mengen konsumiert, kann er der Leber schaden und eine Fettleber verursachen. Kleine Mengen Obst liefern Vitamine.

Künstliche Süßstoffe

Viele Menschen greifen zu künstlichen Süßstoffen als Ersatz für Zucker. Es ist wichtig zu beachten, dass manche dieser Stoffe – wie Aspartam, Saccharin und Sucralose – umstritten sind und möglicherweise negative gesundheitliche Auswirkungen haben können. Es ist ratsam, deren Konsum zu begrenzen und stattdessen natürliche Alternativen wie Stevia zu prüfen.

Gewichtsmanagement

Hoher Zuckerkonsum kann zur Gewichtszunahme beitragen.

Blutzuckerschwankungen

Regelmäßiger Zuckerkonsum kann zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels führen, was wiederum zu Müdigkeit, Reizbarkeit und sogar zu Krankheiten wie Diabetes Typ 2 führen kann.

Zucker und Sucht

Zucker kann ein Suchtverhalten auslösen, ähnlich wie bestimmte Drogen. Der Verzicht kann anfangs Entzugserscheinungen hervorrufen, aber langfristig wird sich das körperliche und geistige Wohlbefinden verbessern.

Auswirkungen auf die Haut

Ein reduzierter Zuckerkonsum kann zu einer Verbesserung des Hautbildes führen.

Antworten und Tipps von Prof. Dr. Stephan Martin

Trägt alleine ein zu hoher Zuckerkonsum zu einer Gewichtszunahme bei?
Prof. Dr. Stephan Martin:
Zucker ist schädlich, ohne Frage, jedoch dürfen wir bei Zucker nicht stoppen. Durch neue Technologien wie die Freestyle Sensoren kann jeder sehen, dass der Blutzucker nicht nur beim Zuckerkonsum, sondern auch beim Konsum von stärkehaltigen Produkten ansteigt. Wer zum Beispiel Hafermilch trinkt, die aus purer Stärke besteht, nimmt in 160 ml genauso viel Traubenzucker auf wie in 200 ml normaler Cola. Haushaltszucker und Stärke erhöhen den Insulinspiegel im Körper nach den Mahlzeiten. Insulin blockiert die Fettverbrennung und fördert die Ablagerung von Fettpolstern.

 

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