Ein Mann fasst sich mit geschlossenen Augen und verzerrtem Gesicht an sein Ohr

Tinnitus: Was hilft, wenn es im Ohr nicht still wird

Kennen Sie das Gefühl eines Piepens, Rauschens oder Klingeln im Ohr, das nicht mehr verschwindet? Das könnte ein Tinnitus sein. Tinnitus kann beunruhigen und den Alltag belasten. Gefährlich ist er zwar in der Regel nicht, doch der Leidensdruck ist oft groß. Was können Sie also tun und wann sollten Sie ärztlichen Rat aufsuchen?

Was ist ein Tinnitus?

Als Tinnitus bezeichnet man Ohrgeräusche, die keine äußere Schallquelle haben. Kurze Geräusche kennt fast jeder. Doch von einem chronischen Tinnitus spricht man, wenn die Geräusche länger als drei Monate anhalten. Häufig entsteht das Geräusch nicht im Ohr selbst, sondern durch eine veränderte Verarbeitung im Hörsystem. Tinnitus ist weit verbreitet: Schätzungen zufolge erlebt etwa jede sechste erwachsene Person im Lauf des Lebens eine längere Tinnitus-Phase. Häufig sind Menschen ab 50 Jahren betroffen.

Welche Ursachen kann Tinnitus haben?

Die Auslöser sind vielfältig:

  • Lärm und Hörschäden, etwa nach lauter Musik oder einem Knalltrauma
  • ein Hörsturz oder eine beginnende Schwerhörigkeit
  • Verspannungen im Kiefer- und Nackenbereich
  • Stress und seelische Belastung
  • ein einfacher Ohrenschmalzpfropf im Gehörgang

Was können Sie bei Ohrgeräuschen selbst tun?

Viele Menschen lernen, mit einem Tinnitus so umzugehen, dass er in den Hintergrund tritt. Hilfreich kann sein:

  • Stress abbauen und für Entspannung sorgen, etwa mit Atem- oder Entspannungsübungen
  • laute Geräusche und weitere Lärmbelastung meiden
  • Stille vermeiden, zum Beispiel mit leiser Hintergrundmusik
  • auf ausreichenden Schlaf achten

Was hilft gegen einen Tinitus und was nicht?

Ein chronischer Tinnitus bedarf einer guten Aufklärung und Beratung als Grundlage. Ziel ist die sogenannte Habituation: Ihr Gehirn lernt, das Geräusch in den Hintergrund treten zu lassen. Als wirksamstes Verfahren bei starker Belastung gilt laut Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie. Sie kann helfen, den Teufelskreis aus Geräusch, Anspannung und verstärkter Wahrnehmung zu durchbrechen. Für Mittel wie Ginkgo oder andere Nahrungsergänzungen gibt es aktuell hingegen keinen belegten Nutzen.

Wann sollten Sie mit einem Tinitus zum Arzt gehen?

Wenn Ohrgeräusche plötzlich auftreten, länger anhalten oder von Hörverlust, Schwindel oder Schmerzen begleitet werden, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Treten Ohrgeräusche zusammen mit einer plötzlichen Hörminderung auf, kann ein Hörsturz vorliegen, der rasch abgeklärt werden sollte.

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