Als Tinnitus bezeichnet man Ohrgeräusche, die keine äußere Schallquelle haben. Kurze Geräusche kennt fast jeder. Doch von einem chronischen Tinnitus spricht man, wenn die Geräusche länger als drei Monate anhalten. Häufig entsteht das Geräusch nicht im Ohr selbst, sondern durch eine veränderte Verarbeitung im Hörsystem. Tinnitus ist weit verbreitet: Schätzungen zufolge erlebt etwa jede sechste erwachsene Person im Lauf des Lebens eine längere Tinnitus-Phase. Häufig sind Menschen ab 50 Jahren betroffen.
Die Auslöser sind vielfältig:
Viele Menschen lernen, mit einem Tinnitus so umzugehen, dass er in den Hintergrund tritt. Hilfreich kann sein:
Ein chronischer Tinnitus bedarf einer guten Aufklärung und Beratung als Grundlage. Ziel ist die sogenannte Habituation: Ihr Gehirn lernt, das Geräusch in den Hintergrund treten zu lassen. Als wirksamstes Verfahren bei starker Belastung gilt laut Leitlinie die kognitive Verhaltenstherapie. Sie kann helfen, den Teufelskreis aus Geräusch, Anspannung und verstärkter Wahrnehmung zu durchbrechen. Für Mittel wie Ginkgo oder andere Nahrungsergänzungen gibt es aktuell hingegen keinen belegten Nutzen.
Wenn Ohrgeräusche plötzlich auftreten, länger anhalten oder von Hörverlust, Schwindel oder Schmerzen begleitet werden, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Treten Ohrgeräusche zusammen mit einer plötzlichen Hörminderung auf, kann ein Hörsturz vorliegen, der rasch abgeklärt werden sollte.
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