Eine Frau sitzt auf dem Sofa und streckt sich

Zeitumstellung – wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät

Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht. Während die Umstellung im Herbst vielen sogar entgegenkommt, empfinden manche Menschen die Zeitumstellung im Frühjahr als deutlich belastender. Eine Stunde weniger Schlaf klingt zunächst harmlos – doch für unseren Organismus bedeutet sie eine Verschiebung des biologischen Rhythmus.

Unsere sogenannte innere Uhr, medizinisch auch zirkadianer Rhythmus genannt, steuert weit mehr als nur den Schlaf. Sie beeinflusst Hormonhaushalt, Körpertemperatur, Blutdruck, Verdauung und sogar unsere Stimmung. Dieser Rhythmus orientiert sich in erster Linie am Tageslicht. Wird er plötzlich verschoben, gerät das fein abgestimmte System kurzfristig aus dem Gleichgewicht.

 

Was im Körper passiert

Besonders betroffen ist das Hormon Melatonin, das für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlich ist. Wird es abends durch spätere Helligkeit verzögert ausgeschüttet, fällt das Einschlafen schwerer. Gleichzeitig klingelt der Wecker am nächsten Morgen scheinbar „zu früh“. Die Folge: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und ein erhöhtes Stressempfinden.

 

Wer besonders sensibel reagiert

Nicht jeder Mensch spürt die Umstellung gleich stark. Besonders sensibel reagieren:

  • Kinder und Jugendliche
  • ältere Menschen
  • Personen mit Schlafstörungen
  • Schichtarbeitende
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen

 

Typische Beschwerden in den ersten Tagen

  • Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
  • Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • verminderte Leistungsfähigkeit

 

In der Regel reguliert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus nach einigen Tagen wieder. Dennoch lohnt es sich, den Körper aktiv bei der Umstellung zu unterstützen.

 

So helfen Sie Ihrer inneren Uhr

Bereits einige Tage vor der Umstellung können Sie damit beginnen, Ihren Tagesrhythmus schrittweise anzupassen. Gehen Sie abends etwas früher ins Bett und stehen Sie morgens etwas früher auf. So verkleinern Sie die abrupte Differenz.

Weitere hilfreiche Maßnahmen sind:

  • Tageslicht nutzen: Morgendliches Licht signalisiert dem Körper Aktivität. Ein Spaziergang am Vormittag unterstützt die Anpassung.
  • Bewegung einbauen: Moderate körperliche Aktivität stabilisiert den Kreislauf und verbessert die Schlafqualität.
  • Abends zur Ruhe kommen: Reduzieren Sie helles Bildschirmlicht und schaffen Sie feste Abendrituale.
  • Regelmäßige Essenszeiten beibehalten: Auch Mahlzeiten wirken als „Zeitgeber“ für den Körper.

 

Vermeiden Sie es, das Schlafdefizit am Wochenende vollständig „nachzuholen“. Das kann den Rhythmus zusätzlich verschieben.

Erholsamer Schlaf ist eine zentrale Grundlage für körperliche und seelische Gesundheit. Wenn Sie länger anhaltende Schlafprobleme bemerken oder sich dauerhaft erschöpft fühlen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Schlafstörungen sind behandelbar und gute Nächte sind kein Luxus, sondern Voraussetzung für Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Für Versicherte der energie-BKK ist die Leistung Online Coach Schlaf kostenfrei.

Häufig gesuchte Themen...