Vorsicht Wechselwirkung
Startseite

Vorsicht Wechselwirkung

Bestimmte Medikamente reagieren miteinander, und auch einige Lebensmittel können die Wirkung von Arzneien verändern, häufig nicht zum Positiven. Wer sich informiert, vermeidet dieses Risiko.

 

Medikamente nimmt niemand gern, doch kann eine Erkrankung oft nur damit geheilt werden. In vielen Fällen kann ihre Einnahme Krankenhausaufenthalte und manchmal sogar Operationen verhindern. Manchmal können sie aber auch Einweisungen ins Krankenhaus verursachen: So zeigen verschiedene Studien, dass schwere unerwünschte Arzneimittelwirkungen insgesamt einen Anteil von 5 bis 10 % an den Ursachen von Krankenhauseinweisungen ausmachen. Arzneimittel-Wechselwirkungen waren hieran zu etwa einem Fünftel beteiligt. Wer die häufigsten unerwünschten Wechselwirkungen kennt, kann den damit verbundenen Problemen gezielt aus dem Weg gehen.

 

Beispiele aus der Praxis …
Bei Bluthochdruck kann es beispielsweise passieren, dass die eingenommenen Medikamente sich gegenseitig in der Wirkung verstärken oder auch vermindern. Ein prominentes Beispiel sind Wechselwirkungen bedingt durch sogenannte „Säureblocker“ wie Pantoprazol oder Omeprazol. Anders als man vermuten könnte, beruht ihre Wirkung nicht auf der Neutralisierung der Magensäure, sondern sie verringern die Magensäureproduktion in der Magenschleimhaut. Dadurch vermindert sich der Säuregrad des Magens, was die Aufnahme anderer Arzneistoffe verschlechtern kann. Bei Patienten, die längerfristig solche Säureblocker anwenden, aber bereits regelhaft Schilddrüsenhormone einnehmen, muss häufig die Dosis an Schilddrüsenhormon erhöht werden. Anders herum: wird zum Beispiel Pantoprazol abgesetzt, muss die Stärke der Schilddrüsentabletten eventuell reduziert werden. Weiterhin ist bekannt, dass das frei verkäufliche Schmerzmittel Ibuprofen die Wirkung von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) aufheben kann. Diese soll als „Blutverdünner“ vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Patienten, die regelmäßig beide Präparate einnehmen, gefährden so die schützende Wirkung für das Herz. Auch frei verkäufliche, vermeintlich „harmlose“ Arzneimittel können Wechselwirkungen mit den vom Arzt verordneten Medikamenten eingehen. Bekanntes Beispiel ist die Verminderung der empfängnisverhütenden Wirkung der „Pille“ durch Johanniskrautpräparate.

 

Wechselwirkungen mit Lebensmitteln
Durch Milchprodukte wie Käse, Quark oder Joghurt beispielsweise verlieren bestimmte Antibiotika und Osteoporose-Therapeutika ihre Wirkung. Etwas weniger bekannt ist, dass auch Grapefruitsaft oder schwarzer Tee Wechselwirkungen verursachen können. Dagegen hat fast jeder schon gehört, dass man die gleichzeitige Einnahme von Alkohol und Medikamenten immer vermeiden sollte.

 

Wo kann ich mich informieren?
Wenden Sie sich zunächst an die verordnende Ärztin oder den Arzt. Ist man bei mehreren Ärzten in Behandlung, sollte am besten der Hausarzt oder die Hausärztin einen vollständigen Überblick über die eingenommene Medikation haben. Wer Arzneimittel ohne ärztliche Verordnung in der Apotheke kauft, sollte hier eine Liste der eingenommenen Medikamente vorlegen. Viele Apotheken führen einen Wechselwirkungs-Check vor Ort durch. Wechselwirkungen sind übrigens auch auf jeder Packungsbeilage verzeichnet. Wichtig: Werden Sie auf Wechselwirkungen aufmerksam, setzen Sie die Medikamente nicht einfach ab, sondern besprechen das weitere Vorgehen mit Ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem Arzt.

Überprüfen oder Zurücksetzen der Datenschutzeinstellungen